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Ersatz des Gasherdes durch einen Induktionsherd ist eine Modernisierung

  • RA Daryai
  • Mietrecht - Wohnraum
Urteil // Amtsgericht Berlin-Schöneberg // 103 C 196/16

Mit Urteil vom 02.11.2016 hat das Amtsgericht Schöneberg Mieter dazu verurteilt, den Austausch des bislang vorhandenen Gasherdes durch einen Induktionsherd zu dulden. Die Vermieter müssen aber im Gegenzug dem Mieter einen Vorschuss für die Anschaffung neuer Töpfeleisten.

Der Ausgangsstreit

Die Parteien sind über einen Wohnraummietvertrag miteinander verbunden. Die Vermieter möchten den bislang in der Wohnung vorhandenen Gasherd durch einen Induktionsherd ersetzen. Die Mieter lehnen den Austausch ab. Für den Fall, dass sie zur Duldung verpflichtet sind, verlangen Sie von dem Vermieter einen Vorschuss für die Anschaffung neuer Töpfe in Höhe von 500,00 €.

Die Entscheidung

Nach Ansicht des Amtsgerichts Schöneberg ist der Austausch eines Gasherdes durch einen Induktionsherd eine Modernisierung. Bei einem modernen Induktionsherd wird die Hitze ebenso schnell erreicht und ist ebenso leicht regulierbar wie bei einem Gasherd. Vorteilhaft ist, dass sich die Unfallgefahr dadurch, dass keine offene Flamme mehr vorhanden ist, reduziert. Die höhere Wertigkeit zeigt sich auch daran, dass nach dem Berliner Mietspiegel 2015 das Vorhandensein eines durch den Vermieter gestellten Induktionsherds als wohnwerterhöhendes Merkmal anerkannt ist.

Auf der anderen Seite müssen die Vermieter den Mietern einen Vorschuss in Höhe von 500,00 € für die Anschaffung neuer Töpfe zahlen. Aufgrund der Modernisierung durch Einbau des Induktionsherds besteht die Notwendigkeit, Töpfe zu kaufen, die auf einem Induktionsherd genutzt werden können.

Praxistipp

Über den Vorschuss für die Aufwendungen muss der Mieter nach Anschaffung der Töpfe gegenüber dem Vermieter abrechnen.

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Weitere Informationen zu diesem Urteil finden Sie hier.

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