Überspringen zu Hauptinhalt

Flächenabweichung – Minderung bei Abweichung von mehr als 10%

  • RA Daryai
  • Mietrecht - Wohnraum
Urteil // Bundesgerichtshof // VIII ZR 295/03

Mit Urteil vom 24.03.2004 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass bei einer Abweichung von mehr als 10 % der tatsächlichen Wohnfläche von der im Mietvertrag vereinbarten Wohnfläche ein Mangel der Mietsache vorliegt.

In dem zu entscheidenden Fall hieß es in § 1 des Mietvertrages: „Die Wohnfläche wird mit 126,45 m² vereinbart“. Bei einer Nachmessung stellten die Mieter fest, dass entgegen dieser Angabe im Mietvertrag die tatsächliche Wohnfläche nur 106 m² beträgt. Die Mieter minderten hieraufhin die Miete und verrechneten auch überbezahlte Miete mit den laufenden Mietforderungen.

Der Bundesgerichtshof hat den Mietern Recht gegeben. In dem Urteil kommt der Bundesgerichtshof zu dem Ergebnis, dass eine vereinbarte Fläche ein wesentlicher Teil der vereinbarten Sollbeschaffenheit der Mietsache ist. Eine erhebliche Abweichung mindert die Gebrauchstauglichkeit. Beispielsweise werden in Wohnungsinseraten fast immer die Wohnflächen genannt und viele Mieter richten sich bei ihrer Wohnungssuche nach den inserierten Wohnflächen. Allerdings soll ein erheblicher Mangel nur dann vorliegen, wenn die tatsächliche Fläche um mehr als 10 % hinter der vertraglich vereinbarten Fläche zurückbleibt.

Zum Beitrag: Flächenabweichungen – Rechte und Ansprüche des Mieters

Weiter Informationen zu der Entscheidung finden Sie hier.

An den Anfang scrollen