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Separat ausgewiesene Fläche eines Hobbykellers kein Fall der Flächenabweichung

  • RA Daryai
  • Mietrecht - Wohnraum
Urteil // Amtsgericht Berlin-Tempelhof/Kreuzberg // 11 C 547/13

Nicht immer ist eine Abweichung der tatsächlichen von der vertraglich vereinbarten Fläche von Bedeutung. Zunächst sind die Vereinbarungen der Parteien, welche Flächen, wie berücksichtigt werden, zu prüfen, wie ein Urteil des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg zeigt.

Mit Urteil vom 10.11.2014 hat das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg die Klage eines Vermieters auf Zustimmung zur Mieterhöhung abgewiesen.

In dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Mietvertrag war zunächst die Wohnfläche der Mietsache mit 86,02 m² ausgewiesen. Für die Umlage der Heizkosten aber wurde neben der Wohnfläche eine Fläche von 8,88 m² für den beheizbaren Hobbyraum im Keller angerechnet. Der Berliner Mietspiegel unterscheidet zwischen Wohnung von 60 m² bis unter 90 m² und Wohnungen von 90 m² und mehr. Läge die Wohnfläche über 90 m², wäre eine Mieterhöhung berechtigt gewesen.

Allerdings war den Parteien bei Vertragsabschluss bekannt, dass neben der Wohnfläche von 86,02 m² der Hobbyraum von 8,88 m² mitvermietet wird. Die Parteien haben daher in Kenntnis dieser weiteren Fläche eine Vereinbarung über die vertragliche Wohnfläche abgeschlossen. Es handelt sich nicht um einen Fall der unerkannten Flächenabweichung. Aus diesem Grund sind die Grundsätze zur Wohnflächenabweichung des Bundesgerichtshofs hier nicht anwendbar. Auch im Wohnraummietrecht besteht für die Parteien die Möglichkeit, eine Wohnflächenvereinbarung abzuschließen, die von den üblichen Berechnungsmethoden abweicht. Es ist aber notwendig, dass die Parteien in Kenntnis der Abweichung die Vereinbarung abschließen.

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Zu den Beiträgen: Flächenabweichungen – Rechte und Ansprüche des Mieters und Mieterhöhungen überpüfen, Miete sparen – auf die Fläche kommt es an!

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Urteil.

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